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Zu Ehren und nach den Motiven der Werke von W. Wysotskij

Freund

Ein Streit bricht plötzlich grundlos ein,
Und ohne es zu merken,
Ist er gegangen, er ist weg,
Er ist in großer Ferne.

Und eines bloßen Missverständnisses wegen
Und ohne große Worte, trennen sich die Wege.

Gegangen. "Was soll's" - würd' manch' einer sagen.
Ein Freund geht - doch ich, ich kann sowas nicht haben !
Kein Schwamm drüber ! Nicht bloß scheiß' egal !
Und wenn es nicht mal schad', dann wars' der falsche Kamerad.

Hey, Mann, ich weiß noch, wie er und ich, wie wir zusammen standen,
Als alle anderen, je für sich, um ihr Leben rannten.
Ich weiß, als sie gegangen war, sagt' ich zu ihm:
"Wer war sie schon ? Vergiß' sie bloß. Weinen mach kein Sinn !"
Ich weiß, als sie zu fünft
So grimmig mich umschloßen,
Stand er mit mir Rück' an Rück:
"Sind bloß ein-paar Knochen."

Zusammen, zu zweit, da geht es sich
Viel leichter durch das Leben.
Doch was ist jetzt, wo geht er hin
Des Missverständnisses bloß wegen ?

Gegangen. "Was soll's" - würd' manch einer sagen;
Ein Freund geht - doch ich kann nicht,
Ich kann sowas nicht haben !

Hey ! Warte ! Hey ! Wart' auf mich !
Und bleibe doch mal stehen.
Laß uns doch sitzen, laß und doch
Das alles Mal bereden !

Wir sitzen. Und, oh sieh - der Streit,
War Fehler, Mißverständnis.
Die Ungeduld für ihn und mich -
Für uns - war ein Verhängnis.

Mit müdem aber festem Lächeln
Sagt er: "Hey, wo sind den hie' die Becher ?
Laß strömen ! Ach ja, was war denn das gewesen ?"
Ich sage ihm: "Ich weiß es nicht - ich habe es vergessen."

Hey, Männer ! Frauen ! Menschen ! Höhrt !
Und guckt euch um im Gehen.
Zusammen geht es leichter durch
Des einzeln Menschen leben !

Gegangen. "Tja, was soll's, soll weg" - würd' mancher vielleicht sagen.
Doch wir nicht, mit uns nicht so - das können WIR nicht haben !

Zu Ehren von Wladimir Wysotskij.

Warum ein guter Ruf und ein guter Koch tödlich sein können

(Nach "Warum haben die Aborigenees Cook gegessen?" von W. Wysotskij)

Die Frage wird von kein'm vergessen:
Warum hat man denn Cook gegessen ?
Bis heute rätselt Wissenschaft:
Wie haben sie es denn geschafft ?

Was war denn mit den Aborigenees ?
Warum waren sie bloß so fies ?

Die eine Theorie besagt,
Cook hat nur Pech gehabt.
Denn wie die Wissenschaft verrät,
War Cooks Koch sehr, sehr fett.

Das Essen dar damals noch knapp -
Die Wilden haben Hunger g'habt.
Und so beschlossen die Aborigenees,
Cooks Koch muß schnellstens auf's Spieß !

Und gar nicht lange nachgedacht
Kamen sie lautlos in der Nacht.

Und dann erfolgte das Verhängnis -
Cooks Tod war bloß ein Mißverständnis.
Ein Bambusstamm wurde benutzt
Und Cook wurde ganz schnell verputzt.
Das verursacht blinde Wut !
Sie wollten Koch und aßen Cook !

Da ist noch eine Variante:
Sie geht vielleicht sogar noch weiter.
Denn diese zweite Theorie,
Sie stützt sich auf Theologie !
Weil glaubt Buschmann, daß man wird,
Wie der, der roh gefressen wird.
Die Wilden hatten vor Cook Respekt,
Und deshalb ist er früh verreckt.

Ein depressiver wilder Held
Hat fiese Falle Cook gestellt.
Ein flinker Pfeil wurde benutzt
Und Cook wurde ganz schnell verputzt.
Das abergläubische Geschöpf
Hat den verletzten Cook geköpft !

Doch eins stützt mich und macht mir Mut:
Zum Ritual wurde James Cook !

Nun; späte Einsicht kommt verborgen,
Der Bambusstamm, Pfeil und Bogen
Werden gebrochen und gebogen.
Und fragen sie, ob wir sie mögen,
Nun zu verzeihen, daß ohne Zögern
Sie da den armen Cook erlogen.

Doch welche Theorie hat Recht ?
Cook weiß, Koch weiß, und weiß der Hecht,
Dessen Schlag hat so gesessen
Und läßt die Frage nicht vergessen:
"Warum hat man denn Cook gegessen ?"

Ballade über Fahrt ins Paradies

W. Wysotskij: "Ballade über Fahrt ins Paradies".

Übersetzung.

Da ist dein Schein, da ist dein Raum -
Für dich allein, - in bester Lage, aller bestem Sinn.
Im bunten Paradies siehst nur du ein Traum -
Ein nimmerendender, jahrhundertlanger Film.

Es ist zu spät, - und sind schon weg
Die Siegel: Schmugelwahre nehmen wir nicht;
An dir haftet nun kein Dreck,
Und zweite Klasse - hat kein Lüxus, aber Licht.

Und so kommt alles, was hätte kommen sollen:
Der Zug zum Himmel fährt jetzt ab - viel Glück und frohes Schaffen !
Ach, wie wir wollen, wie wir alle wollen
Nicht sterben, sondern - nur einschlafen !

Die Welt ist klein ! Sei sicher, daß sie ist !
Und schreihe nicht - er sieht nicht unser' Not.
Einer von uns geht jetzt ins Paradies, -
Und falls es einen gibt - dann trifft er dort den Gott !

Bestelle Grüße ihn von uns,
Und tust du nicht - so schlimm wird es nicht werden:
Nicht viele Jahre bleiben uns,
Wir nehmen sie - bevor wir schließlich sterben.

Und so kommt alles, was hätte kommen sollen:
Der Zug zum Himmel fährt jetzt ab - viel Glück und frohes
Schaffen ! Ach, wie wir wollen, wie wir alle wollen
Nicht sterben, sondern - nur einschlafen !

Nicht jeder kann im Himmel liegen,
Doch hier schaffen wir Einiges, was wir dort nicht kriegen:
Zu kämpfen, feiern, Viele singen,
Und Manche lieben, Manche - meinen, daß sie lieben.

Sie folgen uns ins Nichts. Kein Blick.
In Zeiten, wo wir schon lange ruhen...
Und sei es so. Und sei kein Krieg, -
Ansonsten sind die Kinder unseren die Dummen !

Und so kommt alles, was hätte kommen sollen:
Der Zug zum Himmel fährt jetzt ab - viel Glück und frohes Schaffen !
Ach, wie wir wollen, wie wir alle wollen
Nicht sterben, sondern - nur einschlafen !

Nun pfeifst du drauf, hast Geduld:
Du liegst vergnügt - für immer und ab jetzt, -
Nie mehr Sorgen, keine Schuld -
Gerissen hast du diesen Platz besetzt.

Man weckt dich dann im fremden Nest
Und du trittst ein in eine Welt, wo früher - Krieg, Gestank und Mord,
Und wo besiegt die schwarze Pest, -
Und wo schon fertig alles ist - bist du dann glücklich, Idiot ?!

Und so kommt alles, was hätte kommen sollen:
Der Zug zum Himmel fährt jetzt ab - viel Glück und frohes Schaffen !
Ach, wie wir wollen, wie wir alle wollen
Nicht sterben, sondern - nur einschlafen !

Also leb' wohl ! Rühr' kein Kompott !
Und gute Reise ! Keinen Komma und Verdruß !
Und gibt es dort tatsächlich - Gott,
So tue es doch - bestell' ihn einen Gruß !

Im Jahre 1812.

Text und Music nach dem Motiv von W. Wysotskijs "Ein Kartenspiel im Jahre 1812".

Die Dichter singen ihren Brei,
Über den Kinder lachen.
Doch ich bin aus gutem Stahl,
Ich kenne krasse Sachen

Ich gehe nicht von diesem Ort.
Ich gehe nicht von diesem Ort.
Ich gehe nicht von diesem Ort.
Und Ihr stört mein Vergnügen !
Ihr seid ein Feigling, oh mein Lord !
Ihr seid ein Feigling, oh mein Lord !
Ihr seid ein Feigling, oh mein Lord !
Ich steh' Euch zu Verfügung !

Pistole, Degen oder Dolch ?
Wählt Ihr, und wir gehen !
Die Wahl ist doch egal, Du Strolch,
Dein Ende ist zu sehen !

Kommt, wir gehen hier fort.
Kommt, wir gehen hier fort.
Kommt, wir gehen hier fort.
Ihr werdet mich vergnügen !
Ich komm' allein zurück - mein Wort !
Ich komm' allein zurück - mein Wort !
Ich komm' allein zurück - mein Wort !
Ich bin kein Mann der Lügen !

Der dreiste Lord fällt wie ein Sack:
Nicht Mal ein Schrei, der Kopf rollt fort.
Ich halte Wort, ich hab's gesagt:
Ich bin zurück an diesem Ort.

Von jedem Spiel für mich ein Aß !
Von jedem Spiel für mich ein Aß !
Von jedem Spiel für mich ein Aß !
Da fliegen nur Fetzen !
Und währenddessen Bonapart,
Und währenddessen Bonapart,
Und währenddessen Bonapart,
Er überschritt die Grenze.

Ein starker Feldherr, kluger Mann,
Und viele gute Waffen.
Doch wir stehen unser'n Mann
Nicht ehrlos - unser' Wappen.

Das Rad des Schicksals drehe dich !
Das Rad des Schicksals drehe dich !
Das Rad des Schicksals drehe dich !
Was ist des Glückes Wahl ?
Entscheid' für ihn oder für mich.
Entscheid' für ihn oder für mich.
Entscheid' für ihn oder für mich.
Du hast des Siegers Wahl.

Und meine Enkel wissen nun,
Und meine Enkel wissen nun,
Und meine Enkel wissen nun:
Das Schicksal wählte mich.
Mit Sieg wächst jedes Mannes Ruhm.
Das Glück ist doch bekanntlich dumm,
Und edle Menschen kämpfen drum:
Die Götter kümmert's nicht !

Lied von fremden Menschen.

Viele Wege taumeln durchs Feld
          Der Welt
Verwirrt und verworren und garstig,
Und jeder hat seinen, den er geht,
Nach Kurven sich sehend so hastig.

Sie treffen sich, lächeln und gehen zusammen,
So lange die Seile verknoten.
Zwar Dunkel das Herz und Flink sind die Augen,
Doch folgen Sie zehn Geboten.

Ein löslicher Knoten, man zieht an den Enden -
Sich trennen die Wege, sich trennen die Fremden.
Die Seile sich kreuzen und knoten sich ständig;
Doch jeder hat seinen - so lange lebendig.
Und halten zwei Narren einen zu zweit,
So ist's unvermeidlich, daß dieser dann reißt.

Herausforderung

    Du-du-du-dum
        Du-du-du-dum
            Du-du-du-dum
                Du-du-du-dum
                    Das Herz schlägt Takt,
                        Die Haut - Schweiß;
                            Was für ein Akt !
                                Und keiner weiß,
                                    Ob ich es schaff'.
                                        Die Zeit steht still !
                                            Ich will, ich will !!
                                                Das ist kein Spiel !!!!

    Des Fleisches Schmerz.
        Des Geistes Kraft.
            Warum ? Warum ?
                Tue ich es ? Ach,
                    Ein schlechter Scherz,
                        So wie es klingt.
                            Kein Geld, kein Herz
                                Mir dafür winkt.
                                    Doch ich bin da
                                        Und das ist so, -
                                            Wo ist der Sinn,
                                                Wer sagt mir, wo ?

    Von Urzeiten
        Anbeginn
            Man suchte ihn,
                Man suchte Sinn,
                    Und fand ihn nicht.
                        Doch man fuhr fort;
                            Ja überall:
                                Hier und dort.
                                    Wer hat sich denn
                                        Noch nie gefragt:
                                            Schaff' ich es denn
                                                Oder versag' ?

    Kein Richterspruch
        Und nicht Publik,
            Rechtfertigung
                Vor keinem Blick, -
                    Nur ich allein,
                        Nur gegen mich.
                            Ich kenn' den Gegner,
                                Wie er mich.
                                    Ein süßer Schmerz
                                        Mich ganz durchdringt,
                                            Als ich mich selbst
                                                Mit Kraft bezwing'.

    Wozu verschwendest
        Kraft und Zeit,
            Und nicht verwendest
                Sie gescheit ?
                    Fragst du mit Recht.
                        Doch ich werd' nichts
                            Dir erklären, -
                                Ich könnt' es nicht.
                                    Und wenn du's doch
                                        Verstehen willst,
                                            So tue es doch
                                                Was ? - Was du willst !

    Schneller rennen,
        Höher springen,
            Weiter schwimmen,
                Schöner singen,
                    Fester bauen,
                        Schärfer denken,
                            Jemand' zerstören,
                                Jemand' helfen:
                                    Es ist egal,
                                        Was für ein Test !
                                            Setz' dir ein Ziel,
                                                Erreich' es selbst !!!

    In jedem Mann
        Seit Anbeginn
            Der Urzeiten
                Ist es drin !
                    Den Menschen macht
                        Es aus, du siehst ! -
                            Erring' die Macht,
                                Besieg' dich selbst !!
                                    Du-du-du-dum
                                        Du-du-du-dum
                                            Du-du-du-dum

                    Du-du-du-dum...